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Kapitel 0424. Februar 20253 Min

Booster v2 — Das Upgrade

Version 1 war roh. Unpoliert. 80 Seiten in einem Google Doc, zusammengeworfen in 5 schlaflosen Nächten. Und es hat funktioniert — an mir, an Stefan, an Tom.

Aber jedes Mal wenn ich es jemand Neuem gegeben hab, musste ich daneben sitzen und erklären. „Diesen Teil kannst du überspringen." „Hier musst du tiefer gehen." „Das ist anders gemeint als es klingt."

Das ist kein Produkt. Das ist ein Prototyp mit Bedienungsanleitung.

Also hab ich mich hingesetzt und Version 2 gebaut.

Was sich geändert hat

Automatische Datenweitergabe. In v1 musstest du deine Antworten manuell von einer Seite zur nächsten kopieren. Copy & Paste. 80 Seiten lang. In v2 fließen deine Antworten automatisch in die nächsten Schritte. Einmal eingeben — der Rest läuft.

Prompts die tiefer gehen. Die Fragen in v1 waren gut. Die in v2 waren besser. Jede Frage war darauf ausgelegt, eine Schicht tiefer zu graben. Nicht „Was ist dein Angebot?" sondern „Warum sollte jemand um 3 Uhr nachts aufwachen und dein Angebot googeln?"

Checklisten nach jeder Phase. In v1 wusstest du nie ob du bereit für den nächsten Schritt bist. In v2: Am Ende jeder Phase eine Checkliste. Alles abgehakt? Weiter. Nicht? Zurück.

Wording-Bibliothek. Echte Kundenformulierungen direkt neben den optimierten Marketing-Texten. Du siehst was dein Kunde sagt — und daneben was du sagen solltest.

Die Zahlen

  • 80+ Seiten (gewachsen von v1)
  • 6 Phasen mit Checklisten
  • Zeitaufwand pro Durchlauf: 2-3 Tage (runter von 5)
  • Kosten für mich: ~40 Stunden Entwicklung, €0 Toolkosten

Das Feedback

Ich hab v2 an meinen Verteiler geschickt. Die Reaktionen waren durchweg positiv — aber immer mit dem gleichen Zusatz:

„Alex, mega — aber das Ding ist nicht einfach und es nimmt meine komplette Zeit in Anspruch."

Besser als v1. Aber immer noch ein Presslufthammer. Das Format war das Problem — nicht der Inhalt.

Was ich gelernt habe

Iteration ist nicht Innovation. v2 war besser als v1. Aber es war das gleiche Ding in hübscher. Manchmal brauchst du nicht eine bessere Version — du brauchst ein komplett anderes Format. Das hab ich erst Monate später verstanden.

Du kannst einen Presslufthammer ergonomischer machen. Du kannst den Griff polstern und den Lärm dämpfen. Aber am Ende ist es immer noch ein Presslufthammer. Und manche Nägel brauchen nur einen Hammer.

Die Lösung war nicht „das Workbook besser machen". Die Lösung war: das Workbook abschaffen.

Aber dafür war ich noch nicht bereit. Dafür musste erst etwas anderes passieren.

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