Dein Spiegelbild — Der erste KI-Versuch
April 2025. Die Workshops liefen. Das Workbook funktionierte. Aber ich wollte mehr.
Was wäre wenn das Workbook nicht ein PDF wäre — sondern ein Gespräch?
Der Custom GPT
Ich hab das Workbook in einen Custom GPT gepackt. Alle Fragen. Alle Frameworks. Die komplette Logik. Und dann hab ich ihm einen Namen gegeben: „Dein Spiegelbild."
Kein Coaching. Kein Ratgeber. Kein Motivationstalk. Sondern: Ein radikaler Spiegel.
„Er stellt dir die Fragen, denen du bisher ausgewichen bist. Er deckt auf, wo du gerade selbst nicht hinschauen möchtest. Und er zeigt dir, was du JETZT tun musst."
Das hab ich an meine Community geschrieben. Die Reaktion war sofort: Leute haben es ausprobiert und waren fasziniert.
Was funktioniert hat
Das Format. Gespräch statt PDF. Interaktiv statt statisch. Minuten statt Tage. Der GPT hat die gleichen Fragen gestellt wie das Workbook — aber er hat zugehört. Er hat auf Antworten reagiert. Er hat nachgebohrt.
Das war der Moment wo ich verstanden habe: Das Format muss ein Gespräch sein. Nicht ein Dokument. Ein Gespräch.
675 Nachrichten tief
Was als einfacher Custom GPT angefangen hat, wurde zur Obsession. 675 Nachrichten in einer einzigen Session. Ich hab den GPT nicht nur gebaut — ich hab ihn getestet, zerlegt, neu gebaut, wieder getestet.
Teilnahmeverträge formuliert. Kampagnennamen diskutiert. Rollen definiert. Und dann die Mails — jede einzelne Mail die an Leads rausgeht, Wort für Wort durchgegangen: „Ich muss prüfen ob das nach KI klingt oder nach mir."
In einer anderen Session — 587 Nachrichten — bin ich noch tiefer gegangen. Nicht nur das Tool. Sondern: Wer bin ich eigentlich? Was verkaufe ich wirklich? Und eine Erkenntnis die wehgetan hat: „Ich habe eine Fassade aufgebaut. Habe mich selbst angelogen."
Das Spiegelbild hat nicht nur meinen Kunden die Wahrheit gezeigt. Es hat sie mir selbst gezeigt.
Was nicht funktioniert hat
Die Plattform. ChatGPT Plus war Voraussetzung. Nicht jeder hat das. Und selbst wer es hat — der GPT hatte Grenzen:
- Kein eigenes Backend → keine Daten speichern
- Keine Kontrolle über den Prompt → OpenAI konnte jederzeit was ändern
- Keine Integration → kein Email-Capture, kein Stripe, kein Tracking
- Kein eigenes Branding → sieht aus wie ChatGPT, nicht wie Booster
Das Format stimmte. Die Plattform nicht.
Die Erkenntnis
Drei Versuche, drei Erkenntnisse:
- Workbook (v1/v2): Inhalt stimmt. Format zu schwer.
- Workshops (live): Format stimmt. Skaliert nicht.
- Custom GPT: Format UND Skalierung stimmen. Plattform nicht.
Was ich brauchte war klar: Ein eigenes System. Eigener Code. Eigene Daten. Eigener Prompt. Eigenes Branding. Alles unter meiner Kontrolle.
Aber dazu kam es nicht. Nicht jetzt. Erstmal kam etwas anderes: Stille.
Was ich gelernt habe
Prototypen müssen nicht perfekt sein. Der Custom GPT war in 2 Stunden gebaut. Er war nicht schön. Nicht poliert. Aber er hat bewiesen dass das Konzept funktioniert. Manchmal brauchst du keinen MVP — du brauchst einen Proof of Concept. Und der darf hässlich sein.
💡 Was das für dich bedeutet:
Hast du eine Idee die du seit Monaten planst aber nie umsetzt? Bau sie in 2 Stunden. Hässlich. Unfertig. Egal. Der einzige Zweck: Funktioniert das Konzept? Wenn ja → bauen. Wenn nein → nächste Idee. Planung ist Prokrastination in Verkleidung.