Ich kenne meine eigene Zielgruppe nicht
Das hier ist peinlich. Aber es ist wahr, also schreib ich es auf.
Februar 2025. Ich sitze an meinem Schreibtisch in Wagenhoff. Niedersachsen. Einfamilienhaus, Garten, zwei Kinder die im Nebenzimmer spielen. Von aussen sieht alles gut aus.
Ich berate seit Jahren Coaches und Experten. Helfe ihnen ihre Angebote zu schärfen, ihre Zielgruppe zu verstehen, ihren Preis zu finden. Und ich bin gut darin. Wirklich gut.
Und dann sitz ich da und mir fällt auf: Ich kenne meine eigene Zielgruppe nicht.
Nicht so ein bisschen unklar. Richtig nicht. Ich könnte dir nicht in zwei Sätzen sagen für wen ich was mache und warum die das kaufen sollten. Ich, der Typ der genau das anderen beibringt.
Die Ironie ist so dick, du könntest sie schneiden.
5 Tage besessen
Ich hab angefangen aufzuschreiben. Alles. Was ich weiß, was ich glaube zu wissen, was ich nicht weiß. Zielgruppe. Angebot. Positionierung. Pricing. Die Fragen die ich meinen Kunden stelle — jetzt an mich selbst gerichtet.
Daraus wurden 80 Seiten.
80 Seiten. Für mich selbst. Kein Kunde hat danach gefragt. Kein Launch geplant. Nur ich, eine Tastatur und die Erkenntnis dass ich seit Jahren am falschen Problem arbeite.
5 Tage lang hab ich kaum geschlafen. Meine Frau dachte ich bin ausgezogen. Die Kinder haben mich nur noch beim Abendessen gesehen — wenn überhaupt.
Was dabei rauskam
Ein Workbook. Nicht schön. Nicht poliert. Aber brutal ehrlich. Jede Frage die ich meinen Kunden stelle, jetzt systematisch aufgebaut. Von der Zielgruppe über den Engpass bis zum Angebotssatz.
Und als ich es für mich selbst durchgearbeitet hab, ist was passiert was ich nicht erwartet hatte: Klarheit. Zum ersten Mal seit Jahren wusste ich wofür ich stehe. Was ich eigentlich verkaufe. Und vor allem: für wen.
Das Ding hat funktioniert. An mir selbst.
Der Haken
80 Seiten. 5 Tage Arbeit. Für ein Ergebnis das eigentlich in 5 Minuten klar sein sollte.
Zu dem Zeitpunkt hab ich das noch nicht als Problem gesehen. Ich war zu high von der Erkenntnis. Aber der Haken war schon da — ich hab ihn nur noch nicht bemerkt.
Das Workbook war wie ein Presslufthammer um einen Nagel einzuschlagen. Funktioniert. Aber es muss einen besseren Weg geben.
Davon wusste ich damals noch nichts. Ich war einfach nur froh dass die Nebel sich gelichtet haben.
Fortsetzung folgt.
— Alex, Wagenhoff, Februar 2025
Und genau das war der Moment wo alles angefangen hat.
Ich wusste nicht wie mein eigener Kunde tickt. Also hab ich ein Werkzeug gebaut um es rauszufinden. Erst für mich. Dann für andere. Heute heißt es Booster.