Alexander Maly und die Fotos
Alexander Maly ist Fotograf. Ein guter. Und ein Freund.
Ich hab ihn angerufen und gesagt: „Ich brauche Fotos von unserem Haus. Wir verkaufen." Er hat Ja gesagt. Und dann hab ich ihm den Rest erzählt. Zypern. Auswandern. Alles verkaufen.
Am Telefon war es still. Dann:
„Bist du sicher?"
Jeder fragt das. Als ob Sicherheit eine Voraussetzung wäre für Entscheidungen die dein Leben verändern. Als ob irgendjemand jemals "sicher" war bevor er etwas Großes getan hat.
Ja. Ich bin sicher. So sicher wie man sein kann wenn man sein Haus verkauft, seine Kinder aus der Schule nimmt und in ein Land zieht in dem man niemanden kennt.
Die Fotos
Alexander ist gekommen. Mit seiner Kamera und einer Idee die besser war als meine.
Ich wollte Immobilienfotos. Breite Winkel. Helle Räume. Das Standard-Ding das jeder Makler macht.
Er hat etwas anderes gemacht. Er hat das Haus fotografiert wie ein Zuhause. Nicht wie eine Immobilie. Das Licht das morgens durch die Küchentür fällt. Die Kratzer im Holzboden die zeigen dass hier Kinder leben. Den Garten im Abendlicht.
Er hat hinterher gesagt dass er noch nie einen Kunden hatte der eine eigene Website für sein Haus baut. Die meisten stellen die Fotos auf ImmoScout und hoffen.
Aber ich bin nicht die meisten. Und dieses Haus verdient mehr als eine Anzeige zwischen tausend anderen.
Was Alexander mir gezeigt hat
Ohne es zu wollen hat er mir etwas beigebracht. Nicht über Fotografie — über Perspektive.
Die Makler sehen ein Haus. Quadratmeter. Baujahr. Lage. Zustand. Das sind die Kategorien in denen sie denken. Und deshalb kommen sie auf 480.000 Euro.
Alexander sieht ein Zuhause. Geschichten. Erinnerungen. Das Gefühl wenn du morgens barfuß über diesen Holzboden läufst. Das ist keine Kategorie in einem Exposé. Aber es ist der Grund warum jemand mehr zahlt als er muss.
Genau das würde ich ein paar Wochen später für den Verkauf nutzen. Nicht Quadratmeter verkaufen. Gefühl verkaufen.
Aber zuerst musste ich den 3 Maklern beweisen dass ihre Glaubenssätze nicht meine sind.